Gynäkomastie (Brustdrüsenvergrößerung beim Mann) : was ist das?
Als Gynäkomastie bezeichnet man die Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann. In der Pubertät tritt sie häufig auf und bildet sich meist von selbst zurück; besteht sie im Erwachsenenalter fort, ist sie in der Regel dauerhaft und verschwindet weder durch Ernährung noch durch Sport. Der Grund: Es handelt sich nicht nur um Fett, sondern um festes Drüsengewebe. Die psychische Belastung ist deutlich größer als die sichtbare Ausprägung; viele Männer meiden jahrelang das Schwimmbad, ziehen das T-Shirt nicht aus und verzichten auf dünne Stoffe. Die operative Behandlung liefert in einer Sitzung ein Ergebnis mit kurzer Heilungszeit.
Für wen ist der Eingriff geeignet?
- Nach der Pubertät fortbestehende, seit mindestens 12 Monaten stabile Brustvergrößerung
- Brustfülle, die trotz Sport und Gewichtsabnahme bleibt
- Abgeklärte hormonelle Ursachen und Medikamenteneinnahme
- Tastbare Verhärtung oder Asymmetrie der Drüse (zunächst Untersuchung, bei Bedarf Ultraschall)
- Stabiles Gewicht
Wie wird operiert?
Bei überwiegend fettbedingter Gynäkomastie kann die Fettabsaugung allein genügen. Dann bleiben nur wenige Millimeter große Einstichstellen zurück.
Besteht festes Drüsengewebe, wird es über einen halbmondförmigen Schnitt am unteren Rand des Warzenhofs entfernt. Da die Narbe auf die Grenze des Warzenhofs fällt, wird sie unauffällig.
Bei ausgeprägtem Hautüberschuss kann eine Hautentfernung nötig sein; dann ist die Narbe länger, und die Planung erfolgt gesondert in der Sprechstunde.
In den meisten Fällen werden Fettabsaugung und Drüsenentfernung kombiniert; diese Kombination ergibt die natürlichste Brustkontur.
Heilungsverlauf
Der folgende Zeitplan zeigt einen durchschnittlichen Verlauf. Ihre persönliche Heilung hängt von Alter, Hautbeschaffenheit, Rauchverhalten und dem Umfang des Eingriffs ab.
Ein Kompressionsmieder wird angelegt. Die Schmerzen sind gering und mit einfachen Schmerzmitteln beherrschbar.
Blaue Flecken und Schwellung treten auf. Die Arme werden nicht belastet. Zur Bürotätigkeit kehrt man meist nach 3 – 5 Tagen zurück.
Das Mieder wird 4 – 6 Wochen getragen. Verhärtungen in der Zone sind normal. Ab der 4. Woche erfolgt die schrittweise Rückkehr zum Sport.
Die Schwellung löst sich, die Brustkontur wird klar, und die Narbe verblasst. Das endgültige Ergebnis zeigt sich in dieser Phase.
Mögliche Risiken
Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken. Sie zu kennen soll nicht Angst machen, sondern eine bewusste Entscheidung ermöglichen. In der Sprechstunde wird jeder Punkt einzeln besprochen.
- Eindellung unter der Brustwarze (bei zu viel entferntem Gewebe)
- Asymmetrie, Unebenheiten
- Vorübergehende Veränderung der Brustwarzensensibilität
- Serom, Hämatom
- Rezidiv (besonders bei fortbestehender hormoneller Ursache)
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung. Welches Verfahren für Sie infrage kommt, welches Ergebnis zu erwarten ist und welche Risiken bestehen, lässt sich erst nach ärztlicher Untersuchung sagen.
Häufige Fragen
Geht das mit Sport weg?
Bei überwiegend fettbedingter Form kann Gewichtsabnahme das Erscheinungsbild verringern. Festes Drüsengewebe verschwindet jedoch nicht durch Training; hier ist eine Operation nötig.
Kann es wiederkommen?
Nach Entfernung des Drüsengewebes tritt in der Regel kein Rezidiv auf. Besteht eine hormonelle Ursache fort oder wird ein Medikament weiter eingenommen, ist ein Rückfall möglich.
Sieht man die Narbe?
Der Schnitt liegt an der Grenze des Warzenhofs, dort wo der Farbübergang ist, und wird mit der Zeit unauffällig. Bei reiner Fettabsaugung bleiben nur wenige Millimeter große Narben.



