Nasenkorrektur (Rhinoplastik) : was ist das?
Die Rhinoplastik ist ein Eingriff, bei dem die knorpelige und knöcherne Struktur der Nase neu geformt wird. Weil die Nase in der Mitte des Gesichts liegt, prägt sie den Ausdruck stärker als jedes andere Organ; gleichzeitig ist sie der Eingang der Atemwege. Eine gute Nasenoperation ist deshalb nicht nur ein ästhetischer Eingriff: Neben dem Aussehen muss auch die Atemfunktion erhalten oder wiederhergestellt werden. Eine Septumdeviation oder vergrößerte Nasenmuscheln können im selben Eingriff mitbehandelt werden.
Für wen ist der Eingriff geeignet?
- Abgeschlossenes Gesichtswachstum (in der Regel ab 17 Jahren bei Frauen, ab 18 bei Männern)
- Höcker am Nasenrücken, hängende Nasenspitze, Breite oder Asymmetrie
- Behinderte Nasenatmung, Septumdeviation oder Trauma in der Vorgeschichte
- Ein Gesundheitszustand, der die Operation zulässt
- Realistische und klar formulierte Erwartungen an das Ergebnis
Wie wird operiert?
Die Operation kann offen oder geschlossen erfolgen. Bei der geschlossenen Technik liegen alle Schnitte im Naseninneren. Bei der offenen Technik kommt ein wenige Millimeter langer Schnitt am Hautsteg zwischen den Nasenlöchern (Columella) hinzu; diese Narbe verblasst mit der Zeit. Die offene Technik erlaubt dem Operateur die direkte Sicht auf die Strukturen und wird daher vor allem bei detaillierter Formung der Nasenspitze und bei Zweiteingriffen bevorzugt.
Beim Formen wird der Höcker abgetragen, bei Bedarf werden die Nasenbeine kontrolliert gebrochen und verschmälert, und die Knorpel der Nasenspitze werden mit Nähten neu positioniert. Wo Stabilität nötig ist, kommen körpereigene Knorpeltransplantate zum Einsatz (Septum, Ohr oder Rippe).
Am Ende der Operation können dünne Silikontamponaden eingelegt werden; dank eines Kanals in ihrer Mitte bleibt die Nasenatmung möglich. Außen wird eine Schutzschiene angelegt.
Heilungsverlauf
Der folgende Zeitplan zeigt einen durchschnittlichen Verlauf. Ihre persönliche Heilung hängt von Alter, Hautbeschaffenheit, Rauchverhalten und dem Umfang des Eingriffs ab.
Die erste Nacht verbringen Sie in der Klinik. Die Schmerzen sind geringer als erwartet und mit Schmerzmitteln gut zu kontrollieren; unangenehm ist vor allem die verstopfte Nase. Der Kopf sollte höher als das Herz gelagert werden, das reduziert die Schwellung.
Die Tamponaden werden meist am 2. – 4. Tag entfernt, die Schiene am 6. – 8. Tag. Blaue Flecken und Schwellung um die Augen erreichen am 3. Tag ihren Höhepunkt und gehen dann rasch zurück. Nach Abnahme der Schiene sehen die meisten Patienten wieder gesellschaftsfähig aus.
Der größte Teil der Schwellung ist verschwunden, die Nase wirkt im Alltag natürlich. In dieser Zeit sollte keine Brille auf dem Nasenrücken sitzen, Stöße sind zu vermeiden und intensiver Sport ist tabu. Leichtes Gehen ist ab der 2. Woche möglich.
Die Schwellung der Nasenspitze löst sich zuletzt. Die endgültige Form kann bei dicker Haut bis zu 12 Monate, bei Zweiteingriffen bis zu 18 Monate benötigen. In dieser Zeit verändert sich die Nase noch leicht; das ist normal.
Mögliche Risiken
Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken. Sie zu kennen soll nicht Angst machen, sondern eine bewusste Entscheidung ermöglichen. In der Sprechstunde wird jeder Punkt einzeln besprochen.
- Schwellung, blaue Flecken und vorübergehender Sensibilitätsverlust (erwartete, von selbst abklingende Befunde)
- Blutung und Infektion
- Verwachsungen im Naseninneren, vorübergehend oder dauerhaft behinderte Nasenatmung
- Asymmetrie, Unebenheiten oder eine vom Wunsch abweichende Form
- Notwendigkeit einer kleinen Korrektur (Revision)
- Allgemeine Risiken der Narkose
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung. Welches Verfahren für Sie infrage kommt, welches Ergebnis zu erwarten ist und welche Risiken bestehen, lässt sich erst nach ärztlicher Untersuchung sagen.
Häufige Fragen
Wann kann ich wieder arbeiten?
Bei Bürotätigkeit meist ab dem 7. – 10. Tag, nach Abnahme der Schiene. Bei körperlicher Arbeit verlängert sich der Zeitraum auf 3 – 4 Wochen.
Ist die Operation sehr schmerzhaft?
Die meisten Patienten berichten, dass die Schmerzen deutlich geringer waren als befürchtet. Unangenehm sind vor allem die verstopfte Nase und das Atmen durch den Mund in den ersten Tagen.
Wann sehe ich das endgültige Ergebnis?
Das gesellschaftliche Erscheinungsbild stabilisiert sich in einem Monat, doch die feine Schwellung der Nasenspitze kann bis zu 12 Monate bestehen. Für das endgültige Ergebnis wartet man ein Jahr ab.
Kann meine Atemstörung im selben Eingriff behoben werden?
Ja. Septumdeviation und vergrößerte Nasenmuscheln werden in derselben Sitzung korrigiert; ein separater Eingriff ist nicht nötig.
Werden Tamponaden eingelegt und ist das schmerzhaft?
Verwendet werden weiche Silikontamponaden mit Luftkanal: Sie erlauben das Atmen, und ihre Entfernung ist deutlich angenehmer als bei Tamponaden früherer Generationen.



